Natürlich hat sich der Gemeinschaftssinn, das unbedingte Eintreten füreinander, gegenüber früheren Zeiten abgeschwächt. Damals war man viel mehr aufeinander angewiesen, vor allem in Notlagen, wie Todesfällen, Krankheiten oder Ausfällen im Viehbestand. Für einen Bauern der durch längere Krankheit (oder Krieg) daran gehindert wurde, die notwendigen Feldarbeiten zu verrichten, griffen die Nachbar helfend ein. Das ist heute in dieser Form nicht mehr nötig.
Dennoch ist das nachbarschaftliche Gemeinschaftsgefühl nicht ausgestorben. Dies zeigt sich im vertrauten "Schwätzchen über den Gartenzaun", darin, dass sich die Menschen für einander interessieren. Noch heute ist es im Todesfalle Brauch, dass die Nachbarschaft die Sargträger stellen.
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